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Gestern habe ich, neben drei anderen Autor:innen, im Literaturhaus Mattersburg, das sich im Kulturzentrum Mattersburg schön eingerichtet hat, im Rahmen der Vorstellung des Buches Junge Literatur Burgenland 2022 aus dem Verlag edition lex liszt 12 einen Text aus meiner Feder lesen dürfen. Und ich hatte Federn. Ordentlich sogar. Die haben mir zwar keine Flügel verliehen, aber dafür für jede Menge Nervösität gesorgt. Lampenfieber eben.
Das zu bekämpfen fällt nicht jedem einfach. Die einen sagen, man solle sich das Publikum nackt vorstellen, dann wäre man entspannter. Diese Taktik war mir dann doch zu persönlich. Außerdem wusste ich ja nicht, wer da im Publikum sitzen wird, das ist dann doch ein wenig riskant. Andere schwören darauf, dass man sich vorstellen soll, nur für eine Person im Publikum zu lesen. Das erschien mir schon ein wenig praktikabler. Aber nur bis zum Probesitzen. Denn da bemerkte ich, dass ich ob der Scheinwerfer niemanden im Auditorium erkennen würde, ich also mehr Suchen als Lesen müsste. Die Zeit wurde immer knapper. Die Nervösität stieg. Und schließlich war ich dran. Meine Vorvorleser:innen haben die Latte hochgelegt. Eine Autorin mit ruhigen, poetischen Texten, vorgetragen in Poetryslam-Style – wow. Ein Autor, der sehr pointierte Texte in Mundart und Hochdeutsch in sich ruhend und selbstsicher vortrug – Applaus. Und dann eine Schauspielerin, die das Intro eines ihrer Theaterstücke nicht nur vorlas, sondern vorspielte – 11 verschiedene Charaktere in unvergleichlicher Art und Weise dargeboten.
So. Dann wurde ich vorgestellt. Noch mal kurz hüsteln, der trockene Hals schnürte sich zu und schon kam ich an den Tisch, um Lockdown im Stüberl vorzulesen. Schnell noch ein Schluck Wasser. Durchatmen. Und dann loslegen. Nach den ersten Zeilen war ich irgendwie im Flow, hab den Text gefühlt und gespielt. Ich hab nicht mit Mimik und Gestik gespart, ein paar Blicke in die Richtung des Publikums geworfen und gespürt, dass da was ist. Irgendwie gab’s da eine Rückkopplung, die recht angenehm war. Es war nicht alles perfekt, phasenweise zu schnell und vielleicht auch zu leise.
Aber ich hab’s überlebt.
Der Trick übrigens, wie ich das Lampenfieber erfolgreich auskuriert hab, der ist mir dann ganz spontan eingefallen und hat bestens funktioniert: Ich hab mich einfach unsichtbar gemacht!
schreibtisch
- 2200 mal gelesen
Lo meinte am 8. Nov, 19:57:
... ich kenne das auch - doch irgendwie gehört dieses Kribbeln einfach dazu.
Man kann sich aber auch vor dem eigentlichen Vortrag hinstellen, ins Publikum schauen, und sagen: "Bevor ich anfange, habe ich eine Frage an Sie: ist vielleicht jemand in Ihrer MItte, der mir sagen kann, was gegen Lampenfieber hilft? Nein? Dann muss ich wohl da durch."
Ich glaube, das Eis ist sofort gebrochen, es gibt Zuspruch in Form von wohlmeinedem Applaus.
Und dann kanns losgehen.
Alles Gute für´s nachste Mal! ;-)
Lo 
 
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